Bautzen hat einen Platz der Partnerstädte

Bautzen hat einen Platz der Partnerstädte

Fünf hochwertige Schilder verkünden zwischen der Spree und Bautzens Wahrzeichen, der Alten Wasserkunst, seit dem 26. Mai 2018 Wissenswertes über Bautzens Partnerstädte. Die Idee eines öffentlichen Platzes der Partnerstädte hatte der Bautzener Städtepartnerschaftsverein. Das Amt für Pressearbeit und Stadtmarketing wurde mit der Umsetzung betraut. Mit dem Areal, auf dem bis vor wenigen Jahren noch ein altes Fabrikgebäude stand, war schnell ein idealer Platz gefunden. Eine Granitwand, die als Abgrenzung eines gemütlichen Pausenplatzes am Spreeufer dient, trägt nun die farbigen Aluminiumschilder mit Fotos und Informationen aus Worms und Heidelberg in Deutschland, Dreux in Frankreich, Jelenia Gora in Polen und Jablonec n. N. in Tschechien. Die Reihenfolge von links nach rechts folgt den Terminen für die Unterzeichnung der Partnerschaftsverträge. Die Schilder entsprechen dem gängigen Bautzener System. Sie sind aus gekantetem Aluminium gefertigt und mit einer graffitigeschützten Folie überzogen. Sie enthalten ein Foto der Partnerstadt, das Stadtwappen, den Namen des Bundeslandes, die Entfernung zu Bautzen und das Datum der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages. Die inhaltlichen Angaben zur Stadtgeschichte wurden mit allen Partnerstädten abgestimmt. Auf einem orangenen Streifen wurden das entsprechende Länderzeichen aufgesetzt und der Slogan „Viele Partner. Gute Beziehungen.“ in die entsprechende Landessprache übersetzt.

Auf Einladung von Alexander Ahrens weilten zum 1016. Bautzener Frühling Delegationen aus allen Partnerstädten in Bautzen. Die ließen sich den feierlichen Akt der Platzeinweihung natürlich nicht entgehen. Das Bautzener Jugendblasorchester gab der Veranstaltung einen würdigen Rahmen. Fast 100 Zuschauer waren zur feierlichen Einweihung bei schönstem Sommerwetter gekommen.

Der Platz neben der Scharfenwegbrücke ist ursprünglich ein Zeuge Bautzener Wirtschaftsgeschichte. Von 1535 bis 1539 entstand hier die sogenannte „Große Mühle“, die 1853/54 vom Kamenzer Tuchhändler Karl Gottlob Ephraim Mörbitz zu einer Tuchfabrik ausgebaut wurde. Deren Ära endete 1930. Später beherbergte das Haus ein RFT-Rechenzentrum und eine Produktionsstätte für Werbemittel. Nach der Wende übernahm ein Fabrik-Verein die Regie, bis das Hochwasser 2010 dem Haus und der Vereinsarbeit ein jähes Ende setzte. Im Sommer 2014 wurde es aus Gründen des Hochwasserschutzes durch die Landestalsperrenverwaltung Sachsen abgerissen. Für die Stadt ergab sich daraus eine erfreuliche Gestaltungschance. Ab Juli 2015 wurden eine Winkelstützwand mit Natursteinverblendung gesetzt, Abdeckplatten aus Naturstein verlegt sowie zwei Treppen von der Mühlstraße bzw. dem Parkplatz zur unten liegenden Freifläche angelegt. Vier Bänke und zwei Bank-Tisch-Kombinationen laden seit September 2016 zum Verweilen ein. Zum Abstellen von Rädern wurden acht Fahrradanlehnbügel gesetzt. Außerdem wurde das Areal der benachbarten öffentlichen Fahrradgarage freigeräumt, gepflastert und mit einer Bank und Abfallbehälter ergänzt. Auch die Fahrradgarage selbst wurde repariert, gereinigt und mit einer neuen Folienbeschichtung versehen. Rund eine halbe Million kostete die Umgestaltung. Mit der aktuellen Beschilderung rundet sich das Gesamtkonzept des Platzes ab.